gedankenart_carinamaehler7

Zwei Tassen Kaffee mit extra starken Pancakes

Texte

Ich laufe zur Arbeit. So wie damals. Ob wir das werden? Nach allem weiß ich nicht mehr warum, aber mehr als ein Gefühl von “Darum” sagt mir, dass es so sein wird. Wir würden voreinander stehen und in die Augen eines Fremden blicken. Wild. Ich habe inzwischen fast vergessen, wie es sich angefühlt hat. Wenn es jetzt so bleibt, wie es ist. Dann werde sogar ich irgendwann den Moment vergessen als wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Wenn ich daran denke, habe ich eine Melodie im Kopf. Deine Töne. Es war früh. Ein schöner Sommermorgen mit warmen Kaffee. Extra Stark. Nur für mich. Und die Pancakes. Das weiß ich noch. Jetzt denke ich bei jedem Kaffee dort, wie es wohl wäre dich jetzt wieder zu sehen. Ich denke viel an dich. Denkst du nur halb so viel an mich? Ich denke nicht. Freunde ohne Freude.

Ist es das, was es jetzt ist, was bleibt? Ist das der Rest den du noch für mich übrig hast? Von all deinen großen Reden, lauten Versprechen und Plänen. Nichts. Ich würde alles stehen und liegen lassen. Vergeben und vergessen. Nur um nicht das zwischen uns stehen zu haben, was jetzt dort wäre. Nur um nicht den Anblick des Ist-Zustands ertragen zu müssen. Ein Geist ohne Gesicht und wenn er doch eins hätte, dann ein ziemlich trauriges. Schweigen. Du weißt wie der Moment wäre. Ist es das, was du willst? Woran willst du dich erinnern, wenn wir uns wieder sehen? Was willst du mir mit deinem Blick dann sagen? “Hey, schön dich wieder zu sehen. Weißt du auch noch wie schön es damals war?” oder ” Hey, scheiße man, schau mich nicht so an, so hätte es nicht enden dürfen.” Ich will dir sagen können:” Gott ja! Ich weiß es noch und ich werde es nie vergessen. Lass es wieder so werden!”

Weil trotz allem was war, was nicht mehr ist, das andere bleibt. Weil ich die Königin im Verzeihen bin. Du weißt wie ich und ich wie du. Dass wir und wie wir sind. Ich stehe noch immer vor dem Platz, komme zu spät. So wie du immer. Das habe ich dir nie übel genommen. Eigentlich habe ich dir nie irgendwas je wirklich länger als einen Herzschlag übel genommen. Selbst der Stich in dem du mich jetzt wieder gelassen hast. Ich würde vergeben. Vergehen. Schmerz vergeht. Deine Abwesenheit bleibt. Du weißt es. Ich bereue wie immer viel zu wenig. In meinen Säalen zwischen Kopf und Herz bleibt immer ein Platz auf den alten Kinosesseln für dich frei. Wann immer du willst, komm rum. Auf einen extra starken Kaffee. Und Pancakes dazu. Nur für dich.