gedankenart_carinamaehler27

Dein Über-Ich im Nordwind

Texte

Ich versuche es noch mit Moral. Und du, du konterst mit dem Glashaus und den Steinen. In der Burg aus Glas sitzt aber du. Steine hab ich schon lange keine mehr, wir wissen beide wer sie hat. Und dann stehst du da und versuchst den Anderen weis zu machen, dass die Erde eine Scheibe ist. Während du mir zeitgleich verrätst, welche Form sie wirklich hat.

Du sagst, du weißt von nichts. Ich weiß es. Du bist eine Fahne mit zwei Wahrheiten, bei der man nie weiß wie der Wind gerade steht oder ob er überhaupt weht. Es gibt eine Wahrheit, die, die gerade für das Gegenüber passt und die Echte. Die, die dir jetzt ungewollt die Windrichtung dreht.

Du trittst deinen Mitmenschen ohne, dass sie es merken, in die Herz- und Lungengegend. Solang bis sie nichts mehr fühlen, bis sie nicht mehr atmen können. Den Kopf lässt du auch nicht aus, weil du solang trittst bis sie nicht mehr denken. Bis sie regungslos am Boden liegen.

Du setzt alles für Nichts aufs Spiel und merkst nicht, was und vor allem, dass du verlierst. Denn du bist der Einzige, der bei deinen Plänen noch mitspielt. Dass am Ende du die falschen Züge machst, wirst du nicht erkennen. Und dein zweites, vielleicht auch viertes oder siebtes Ich wird das auch nie tun. Hier und jetzt gebe auch ich als Letzte den Rest-Funken Hoffnung auf, dass der Nordwind dich und deine kaputte Seele verändert, diese Krankheit aus deinem Kopf treibt.

Zwischen damals und jetzt sitze ich hier und frage mich, ob nur eine einzige Silbe wahr war. Und das einzige, was ich weder erwarte noch glauben würde: Mir wäre egal in welcher Reihenfolge. Geflüstert. Getanzt. Gesungen. Das einzige, ohne das ich hier hoffnungslos verbleibe wären ein Mal nur vier Worte von dir. Es tut dir leid. Es tut mir leid. Mir tut es leid. Egal wann. Egal wo. Egal wie. Ein Mal nur. Eine echte Entschuldigung.

Aber wie die Windrichtung so will, steht sie anders als ich es vermag. Eine Entschuldigung oder eine ehrliche Erklärung werde ich von dir niemals erhalten. Und so höre ich nicht mehr viel außer einem leisen Rauschen und die Anderen. Sie sagen, entweder springst du irgendwann von einer Brücke oder weiter so mit Menschen um. Ich wünsche dir keinen guten Sprung.